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Das krankheitsbild

AUS KLINISCHER UND
Petra Vetter
Kontakt e-mail: peve1@gmx.de Inhalt

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2. Zur Begrifflichkeit.3 3. Probleme der diagnostischen Abklärung.4 3.1. Erklärungsansätze.4 3.2. Methoden.5 3.4. Conners Skala.5 4. Therapeutische Ansätze.6 4.1. Pädagogische Maßnahmen.6 4.2. Psychotherapien.6 4.3. Medikamentöse Behandlung.6 5. Zur homöopathische Behandlung.7 5.1 Anamnese.7 5.2. Beobachtungsbogen.8 5.3. Rubriken.9 5.4. Arzneimittel.11 5.5. Kasuistik.13 5.5.1. Jona.13 5.5.2. Holger.14 5.5.3. Dustin.16 6. Schlussbemerkung.19 Sie zählen zu den notorischen Störenfrieden der Kindergartengruppe, sie sind der Schreckenjeder Schulklasse und sie werden immer mehr : hyperaktive Kinder. Kaum eine Wochevergeht ,ohne einen Bericht in der Tageszeitung, Elternratgeber gibt es gleich mehrere injeder Buchhandlung, Talkshows nehmen sich des Themas an.
Dabei wurde der Prototyp eines hyperaktiven Kindes schon 1845 beschrieben : derZappelphilipp aus Dr. Heinrich Hoffmanns Kinderbuch „Der Struwelpeter". Neu ist dasProblem also nicht, lediglich Brisanz und Häufigkeit dieser Verhaltensauffälligkeit nehmenzu . Nach Schydlo, (1993 ) sind etwa 3 – 10 % aller Kinder davon betroffen, wobei Jungen ineinem Verhältnis von 9 : 1 überwiegen. Andere Autoren sprechen gar von einer„explosionsartigen" Zunahme des Problems ( Schweizer/Prekop, 1991).
2. Zur Begrifflichkeit
Hyperaktivität wird mit vielen Fachausdrücken bezeichnet:Hyperkinetisches Syndrom, POS ( Psychoorganisches Syndrom ), MCD ( minimale cerebraleDysfunktion ), ADD ( attention deficit disorder = Aufmerksamkeits-mangelstörung ), ADHD( attention deficit hyperaktivity disorder ). Sie beschreiben ein Verhalten, das nach Schydlo(1993) durch folgende Faktoren gekennzeichnet ist : - allgemein vermehrte Unruhe große Impulsivität vermehrte Ablenkbarkeit sehr kurze Aufmerksamkeitsspanne.
Die Kinder geraten dadurch sehr schnell in einen Teufelskreis von auffälligem Verhalten –Ablehnung durch ihre Umwelt – verstärktes Stören und erhöhte Aggressionen. Dabei sind siedurch die Negativerfahrungen kaum lernfähig , Anpassungen an erwünschtes Verhalten findetnicht oder nur in sehr geringem Maße statt.
MCD und POS weisen bereits auf mögliche Ursachen des gestörten Sozialverhaltens hin.
Damit werden leichte Hirnfunktionsstörungen bezeichnet, die durch Risikofaktoren währendder Schwangerschaft oder während der Geburt entstanden sind. Hyperaktivität kann, mussaber nicht die Folge einer solchen Belastung sein. 3. Probleme der diagnostischen Abklärung
3.1. Erklärungsansätze
Wie schon aus den unterschiedlichen Begriffen für das Syndrom hervorgeht, gibt es keineinheitliches Bild dieser Störung. Die verschiedenen Komponenten – Unruhe, Impulsivität,Ablenkbarkeit und kurze Aufmerksamkeitsspanne treten in unterschiedlich hohen Anteilenauf. Hinzu kommen sekundäre Auswirkungen auf die soziale, emotionale und kognitiveEntwicklung ( Saile, 1997 ).
Im Vordergrund stehen Störungen der Reizverarbeitung. Bei einer vermindertenWahrnehmungsschwelle sind die Kinder nicht in der Lage, die auf sie einstürmenden Reize zufiltern , sich auf Einzelheiten zu konzentrieren und dabei zu bleiben. Schon unbedeutendeKleinigkeiten lenken sie ab ( Vliex/Klöppel, 1992 ).
Aber auch eine erhöhte Wahrnehmungsschwelle kann zur Hyperaktivität führen. Diese Kinderbenötigen ständig optische, akustische und haptische Reize und setzen alles daran, sie zuerhalten. Ihr Reizfilter ist zu dicht und lässt kaum Impulse durch.
Neuere Untersuchungen machen in erster Linie genetische Faktoren für diesen Zustandverantwortlich. Zwillingsstudien ermittelten eine „Erblichkeit dieser Verhaltensstörung von80%" ( Gjone, Sundet, Stevenson, zit. nach Barkley, 1999,S.32 ). Vermutet wird eineVeränderung der Gene, die für den Umgang des Gehirn mit Dopamin verantwortlich sind.
Dieser Neurotransmitter bestimmt die Aktivität von Neuronen, die an Motorik undEmotionen beteiligt sind. Gestützt wird diese Hypothese durch die Wirksamkeit desMedikamentes Ritalin, das in den Dopaminstoffwechsel eingreift. ( s. 4.3. medikamentöse Behandlung ) Aber auch prä- und perinatale Einflüsse sind von Bedeutung : Alkohol- und Tabakkonsumoder auch schwer traumatische Einflüsse während der Schwangerschaft, Sauerstoffmangelwährend der Geburt.
Ebenso können starke Schwermetallbelastung in der frühen Kindheit, Hirnverletzungen,Hyperthyreose und auch Hypervitaminose ( Vitamin A ) zur Hyperaktivität führen.
Zur Rolle der Ernährung gibt es unterschiedliche Standpunkte. Calatin ( 1992 ) hält Zucker,Lebensmittelzusatzstoffe, besonders Glutamat, sowie Phosphate für Auslöser hyperaktivenVerhaltens. Tatsachlich kann es während einer Diät zu dramatischen Verhaltensverbesserungen kommen.
Ob diese nur auf der veränderten Nahrung oder auf verstärkter Zuwendung beruhen, ist nochnicht abschließend geklärt ( Vliex/Klöppel, 1992 ). Andere Autoren lehnen diese Theorievöllig ab ( Barkley, 1999 ).
Schließlich lassen sich Verhaltensauffälligkeiten wie Hyperaktivität nie losgelöst von ihremsozialen Kontext verstehen. So können Belastungen durch die Wohnsituation (z.B.
Autobahnnähe) , Störungen der innerfamiliären Kommunikation oder ein hoherAnpassungsdruck zu den bekannten Symptomen führen oder sie doch zumindest verstärken.
Es darf nicht vergessen werden, dass die Frage : Wann ist ein Kind hyperaktiv ? – immer auchim Zusammenhang mit den jeweiligen gesellschaftlichen Normen beantwortet wird. In unsererverstädterten, bewegungsrestriktiven Gesellschaft kann bereits ein leicht überdurchschnittlichaktives Kind die Diagnose „Hyperaktivität" nahelegen.
Hinzu kommt, dass unruhiges und aggressives Verhalten auch eine Folge von geistigerUnterforderung sein kann. Hyperintelligente Kinder werden, wenn ihre Begabungen nichterkannt und ihnen nicht entsprechende Entwicklungsmöglichkeiten zur Verfügung stehen,schnell zu schwererziehbaren Störenfrieden.
3.2. Methoden
Zur Feststellung von Hyperaktivität wird in erster Linie eine genaue Verhaltensbeobachtungdurchgeführt. Dabei dient die „Conners Skala" der besseren Einschätzung.
Bitte beurteilen Sie das Kind hinsichtlich der aufgeführten Verhaltensweisen ! Datum: über - ein ziem- stark haupt wenig lich nichtPunkte 0 1 2 3---------------------------------------------------------------------------------------------------------- 1.Unruhig oder übermäßig aktiv2. Erregbar, impulsiv 3.Stört andere Kinder 4.Bringt angefangene Dinge nichtzu einem Ende, kurze Aufmerksam-keitsspanne 5.Ständig zappelig 6. Unaufmerksam, leicht abgelenkt7.Erwartungen müssen umgehenderfüllt werden, leicht frustriert8.Weint leicht und häufig9. Schneller und ausgeprägterStimmungswechsel1o. Wutausbrüche, explosives und unvorhersagbares Verhalten ----------------------------------------------------------------------------------------------------------ausgefüllt von Mutter/Vater/Lehrer(in)----------------------------------------------------------------------------------------------------------Hat ein Kind auf dieser Bewertungsskala mindestens 15 Punkte erreicht, so wird die DiagnoseHyperaktivität gestellt."(Conners 1969, nach Klöppel/Vlies, S.12, 1992) Schließlich gibt es noch die Möglichkeit, den Verdacht auf MCD durch neurologischeUntersuchungen, wie EEG erhärten zu lassen Laborparameter klären andere physiologischeProbleme, die mit hyperaktivem Verhalten einhergehen können ab ( Hyperthyreose, Hypervitaminosen ). 4. Therapeutische Ansätze
4.1. Pädagogische Maßnahmen
Bei hyperaktiven Kindern, die eine geringe Wahrnehmungsschwelle besitzen, wird manzunächst versuchen, ihre Lebenssituation möglichst reizarm und strukturiert zu organisieren:ein gut geordneter Alltag, wenig Spielzeug, Einschränkung des Fernsehkonsums, möglichstwenig „Freizeitstress". Dazu gehört auch, dass man versucht, den Kindern Freiräume zuschaffen: Zeiten und Orte, die sie allein gestalten und über die sie allein verfügen können. Elternschulungen helfen, aus der Verkrampfung herauszufinden und Handlungsmuster zuentwickeln, die aus dem Teufelskreis von übermäßiger Aktion – heftiger Negativreaktion –und wieder verstärkter Hyperaktivität herausführen ( Schweizer /Prekop, 1991 ).
In den Niederlanden wurde das „Video-home-training" entwickelt, mit dessen Hilfe dieKommunikation in der Familie bearbeitet wird. Dabei geht eine TherapeutIn mit einerVideokamera in die Familie und filmt Alltagssituationen. Anschließend werden dieaufgenommenen Szenen mit den Eltern besprochen und sinnvolle Handlungsalternativenentwickelt ( Schmidt, 1990 ).
Dazu gehören ein Autogenes Training, das speziell für Kinder entwickelt wurde,psychomotorische Übungen, Verhaltenstraining, Rhythmustherapie ( Vliex/Klöppel, 1992 ) ,kognitive Therapie bei Aufmerksamkeitsstörungen und systemische Familientherapie beiStörungen der Familienbeziehungen ( Saile, 1997 ).
4.3. Medikamentöse Behandlung
Laut Spiegel 52/ 1998 ist besonders in den USA ein Arzneimittel zur Behandlung vonhyperaktiven Verhaltensauffälligkeiten in Mode gekommen : Ritalin, chemischMethylphenidat. Das Medikament gehört zur Klasse der Weckamine und somit zu denAufputschmitteln. In Deutschland fällt es wegen seiner suchterregenden Wirkung unter dasBetäubungsmittelgesetz und wird hier zurückhaltender verordnet. Bei Kindern wurde dieseNebenwirkung allerdings nicht beobachtet. Die sedierende Wirkung eines im allgemeinenstimulierenden Amphetamins wird von Martinius (1986 ) nicht als paradoxe Reaktion ,sondern als physiologische Wirkung auf eine Unteraktivierung des zentralenErregungssystems gesehen. d.h., die sedierende Wirkung des Medikamentes beruht darauf,dass ein schwach arbeitendes Erregungssystem zum „Normalbetrieb" hinstimuliert wird. Dasmacht verständlich, dass nicht alle Kinder mit der Diagnose „Hyperaktivität" positiv aufRitalin reagieren, sondern nur diejenigen, bei denen Hinweise auf eine cerebraleEntwicklungsstörung vorhanden sind. Bei diesen tritt der Effekt allerdings sofort ein . DieKinder sind vom ersten Tag der Behandlung an ruhiger, ausgeglichener und konzentrierter.
Sie erleben sich plötzlich anders als der dauernd abgelehnte Störenfried. Der Ausbruch ausdem Teufelskreis scheint geschafft. Wie jedes wirksame Medikament hat auch RitalinNebenwirkungen. Dazu gehören bei Kindern besonders Appetitlosigkeit , Einschlafstörungen ,Gesichtsblässe, Anstieg der Pulsfrequenz und ängstliche, depressive Verstimmtheit. Die RoteListe 2000 verzeichnet noch eine ganze Reihe weiterer möglicher Nebenwirkungen, unterdenen Halluzinationen , eine erhöhte Krampfbereitschaft , Wachstumsverzögerungen und einegestörte psychische Entwicklung besonders hervortreten (Kuschinsky/Lüllmann, 1987 ). Diegrößte Wirksamkeit wird mit einer Kombination aus psychosozialer Therapie und Ritalinerreicht ( Spiegel 52/1998 ). Andere,bei der Behandlung von Hyperaktivität gebräuchliche Medikamente sind Pemolin ( Tradon )und Fentyllin ( Captagon ). Sie gehören ebenfalls zur Substanzklasse der Amphetamine.
Mengenmäßig fallen sie kaum ins Gewicht( Martinius, 1986 ).
Langfristige Auswirkungen der Amphetamintherapie sind noch nicht bekannt.
5. Zur homöopathischen Behandlung
5.1. Anamnese
Eine gelungene Anamnese ist die Grundlage jeder Behandlung. Dabei stellt die Fallaufnahmeeines hyperaktiven Kindes besondere Anforderungen an den/die Homöopathen/in. UnterUmständen werden, bei ausgeprägter Hyperaktivität, weder das Kind, noch der /dieTherapeut/in lange genug durchhalten, um zur Totalität der Symptome zu gelangen; oder dasKind „kippt" durch die fremde Praxissituation in eine Rückzugshaltung. Beides erschwert diedifferenzierte Beobachtung ungemein. Daher wurde von der Autorin ein Beobachtungsbogenentwickelt, der diese Arbeit erleichtern soll. Ergänzt wird er durch Beobachtungen der Eltern.
Oft wird jedoch ein zweiter Termin nur mit den Eltern nötig sein, um alle Einzelheitenabzuklären. Schwangerschaft und Geburt sind dabei besonders zu beachten. Belastungen undRisikofaktoren in dieser Zeit führen häufig zur Ausprägung einer MCD, einer der häufigstenUrsachen der Hyperaktivität. Zudem wird nach Sankaran (1998 ) die Konstitution des Kindeswesentlich durch den Zustand der Mutter in der Schwangerschaft bestimmt.
Um die Lebensumstände des Kindes mitzuerfassen, ist es immer günstig, einen Hausbesuch zu vereinbaren. Die Frage: „Ist das Kind krank - oder seine Umwelt ?", lässt sich so amehesten klären. Dabei muss sich der/die TherapeutIn darüber im Klaren sein, dass die eigenenEinstellungen und Erwartungen die Ergebnisse beeinflussen.
Außerdem kann es sich als ratsam erweisen, die Anamneseergebnisse durch einen Fragebogen abzusichern. Dieser wird am besten im Anschluss an die Anamnese mitgegeben.
Vorabbearbeitungen schränken Spontaneität und Unbefangenheit ein.
5.2. Beobachtungsbogen „Hyperaktives Kind"
Datum: Uhrzeit: Ort: Name: Alter: Geschlecht: Besonderheiten der Situation: Beobachtungen des Therapeuten Beobachtungen der Eltern Rutscht auf dem Stuhl hinund her Läuft hin und her Spricht abgehacktVerschluckt Worte oderSätzeFällt ins WortBefolgt mitgeteilte RegelnKann eine gestellteAufgabe zuende führenHält sich beimBildermalen undSchreiben an Linien undRänder 5.3. Rubriken
Durchforscht man ein Repertorium nach Rubriken, die für die Arzneimittelsuche für einhyperaktives Kind infrage kommen könnten, wird man schnell fündig. Eine kleine Auswahlaus dem Kapitel „Gemüt" wird im folgenden aufgelistet. Die Seitenzahlen beziehen sich aufdas Synthesis, 3.Aufl.,1995. Aktivität, Verlangen nach, S.3 L Albernes Benehmen, S.3 L + R Antworten, singt und redet, beantwortet jedoch keine Fragen, S.14 L Antworten, irrelevant, nicht zur Sache gehörend, S.14 R Ausdauer, hat keine, S.18 L Außer sich, ist , S.19 L Beißen (viele Unterrubriken), S.19 R Berühren, muss alles, S.20 R Beschäftigung, Verlangen nach, S.21 L Beschimpfen, S.21 L Beschwerden durch Hast, Eile, S.22 R Bissig, schnippisch, S.31 L Chaotisch, mit Ruhelosigkeit S. 32 L Destruktivität, S.39 L Empfindlich gegen alle äußeren Eindrücke , S. 42 L Empfindlich gegen Sinneseindrücke, S.44 L - Entwicklungsstillstand bei Kindern, S 46 L Ermahnungen agg., S.46 R Erregung bei Kindern S. 49 L Fehler, macht, beim Lesen, S.55 R Fehler, macht, beim Schreiben (viele Unterrubriken), S.55 R „ „ „ Sprechen ( „ „ ), S.56 L Gedächtnisschwäche (viele Unterrubriken), S. 76 L Gedanken, zusammenhanglos, S.81 R Gefahr, kein Gefühl für, S.82 R Geschäftig, fruchtlos, S. 88 R Gesten, Gebärden (viele Unterrubriken), S.91 L Gleichgültigkeit gegen alle Vorwürfe, S.97 R Grimassen, sonderbare, S. 97 R Hast (viele Unterrubriken), S.99 L Heftig, bis zur Erschöpfung, S. 100 R Impuls zu laufen, S. 106 R Konzentration schwierig (viele Unterrubriken), S.110 L Kratzt mit den Händen, S.110 R Läuft umher, S.114 R Reizbarkeit bei Kindern, S.138 L Ruhelosigkeit bei Kindern, S.144 R - Schlagen bei Kindern, 147 R Schlagen, schlägt seinen Kopf gegen die Wand und gegen Gegenstände, S.147 R Schreien bei Kindern, S.149 L Selbstkontrolle, Verlust der, S. 153 L Selbstvertrauen, Mangel an S. 153 R Sitzen, Abneigung zu, S.156 L Spontan, impulsiv S.158 L Sprache, hastig, S.159 L Sprechen, schweift von einem Thema zum anderen , S.161 R Springen, S.162 L Stimmung veränderlich, S. 163 R Streitsüchtig (viele Unterrubriken), S. 165 R Unbeständigkeit, S.184 L Ungeschicklichkeit (viele Unterrubriken) S.186 L Unternimmt vieles, hält aber bei nichts durch, S.187 L Vergesslich (viele Unterrubriken), S. 189 R Widerspenstig, S. 247 R Wildheit, S.248 R Wirft mit Gegenständen um sich, S. 249 L Zerbricht Dinge, S. 250 L Zerreißt Dinge 250 R Ziehen an den Haaren, S.251 L Zorn bei Kindern, S.253 R Zudringlich, aufdringlich S.255 L Im Kinder – Repertorim (Pennekamp,1999) finden sich im Kapitel „Geist und Gemüt" nochfolgende interessante Rubriken : Ruhelosigkeit jugendlicher Kinder, vagabundierender Trebegänger, S.108 Ruhelosigkeit beim Sitzen (Schule, Hausaufgaben), S.109 Sagt nein zu allem, fast alles an und lässt es fallen, S. 109 Schlagen , Kind schlägt Eltern während Konsultation (auch Treten), S.110 Schreien und Weinen, wenn es seinen Willen nicht bekommt, S.116 Stottern mit choreatischen Bewegungen, Grimassieren etc., S.124 Widerspenstigkeit mit starkem Verlangen nach Süßigkeiten, S.142 Widersprüchlichkeit, innere, Widerstreit mit sich selbst ausgeprägt, S.142 Wutanfall,, Kleinigkeiten wegen, S.143 Wutanfall, wenn man nicht sofort versteht und gibt, was es haben will, S. 143 Zappelkinder, Unruhe (hyperkinetisches Syndrom), S.144 Ziehen, andere an den Haare, Impuls zu, S.144 Zittern durch Wut, Ärger oder Kränkung, S.144 Zornige Reizbarkeit, mit ständigem Widersprechen, S 145 5.4. Arzneimittel
Die folgenden Beschreibungen sind den Arzneimittellehren von Boericke, 1992; Morrison,1997; Phatak1999; und den Ausführungen von Schramm, 1994 entnommen.
Agaricus muscarius
Geistige Retardierung. Erregung und Angst. Unbeholfenheit und Ungeschicklichkeit derExtremitäten. Tics. grimassenartige Mundbewegungen, besonders am Anfang des Sprechens.
Ungeheure Ruhelosigkeit. Hyperaktive Kinder, die dabei nicht aggressiv sind. Unfähig zulernen, der Versuch führt zu Kopfschmerzen.
Zartgliedrige, asthenische, sensible Kinder. Tiefe Unzufriedenheit. Missmutig, gereizt.
Motorische Unruhe. Möchte immer weggehen. Ständige Langeweile. Schulängste,Schulkopfschmerzen, schlimmer 15.00 Uhr.
Chamomilla
Große Reizbarkeit. Protesthaltung. Launische Wutausbrüche. Ungeduldig . Extreme
Schmerzempfindlichkeit. Reagiert übermäßig stark auf Stimuli, als ob die Nerven bloßliegen.
Cina
Extrem reizbar, lässt sich weder anschauen, noch berühren. Wutanfälle mit Schlagen, Kratzen
und Beißen. Duldet keine Autorität. Große Ruhelosigkeit. Bohrt und kratzt in der Nase und in
den Ohren. Knirscht im Schlaf mit den Zähnen.
Coffea cruda
Überempfindlich gegen alle Sinneseindrücke. Übererregbar. Rasende Gedankenabläufe, vollerIdeen, schnell bei der Tat. Ekstatische Zustände. Häufig schlankes, kränkliches Aussehen.
Hyoscyamus
Eifersucht. Misstrauen. Gefühl, ungerecht behandelt worden zu sein. Hochgradige Erregungund Unruhe. Geschwätzigkeit. Lacht über alles. Schamlosigkeit. Große Impulsivität.
Unwillkürliche Gesten. Muskelzuckungen. Flockenlesen.
Medorrhinum
Extremist. Impulsiv. Extreme Wechselhaftigkeit im Verhalten. Aggressivität bis zuGewalttätigkeit und Grausamkeit, besonders Tieren gegenüber. Empfindlich gegenZurechtweisung. Energieschub am Abend. Kaut an Finger oder sogar -Zehennägeln.
Rhus toxicodendron
Extreme Ruhelosigkeit, wie gehetzt. Reizbarkeit. Fixe Ideen. Abergläubisch. ZwanghaftesVerhalten. Ruhelose Beine nachts. Verlangen getragen zu werden.
Sehr sensibel. Unterdrückte Wut kommt in gewaltigen Wutausbrüchen hervor. Das Kindschreit nach vielen Dingen, die es dann ablehnt, wenn sie angeboten werden.
Ausgeprägte Neigung, mit Gegenständen zu werfen.
Heftiger Zorn, Raserei und Gewalt. Sehr plötzliche Aggressionen, außer Kontrolle. Beißen,Schlagen, Zerreißen, Schreien, Fluchen. Zerstörerische Wut. Furcht im Dunkeln. NächtlichePanikattacken.
Grenzenlose Energie. Ständig in Aktion. Handelt sehr schnell, schon Langsamkeit anderermacht ihn ungeduldig. Wutausbrüche mit ungeheurer Kraft. Zerreißt Kleider, zerbrichtGegenstände. Verlangen zu tanzen und zu singen. Abneigung gegen Berührungen.
Unberechenbarkeit, Bösartigkeit, Zerstörungssucht. Braucht Veränderungen undAbwechslungen, sogar Gefahr. Gleichgültigkeit gegenüber Strafen. Jaktationenen. Angst vorHunden und Katzen.
Veratrum album
Ständige, ziellose Aktivität ohne Aggressivität und Destruktivität. Erstaunliche Ausdauer.
Rasante geistige Entwicklung und Frühreife. Philosophisch. SinnloseWiederholungshandlungen. Zeigt keine Gefühle, wenn er bestraft wird.
5.5. Kasuistik
5.5.1. Jona, 1,6 Jahre – Erstanamnese 24.4.1999
Jonas Mutter möchte ihren Sohn homöopathisch behandeln lassen, da ihm, seit etwa 4Monaten rezidivierende Bronchitiden zu schaffen machen. Außerdem sei er auffallend reizbarund aggressiv.
Entwicklung Die Schwangerschaft verläuft problemlos, die Geburt erfolgt spontan. Obwohl sie es sich festvorgenommen hat, kann seine Mutter ihn nicht stillen, da sie sich eingeengt, angebunden undüberfordert fühlt. Sie bedauert dies sehr, da sie andererseits das Empfinden hat, viel Nähe undWärme zu verhindern, kann sich aber gegen das starke Gefühl dauernd zur Verfügung stehenzu müssen, nicht wehren.
Mit 5 Monaten wird Jona zum ersten Mal geimpft: DPT, Hepatitis und Pertussis. Mit 6Monaten folgt die HIB-Impfung und mit 8 Monaten erhält er die Polio-Spritze.
Vom Anfang des 1. Lebensjahres an leidet er unter rezidivierenden spastischen Bronchitiden,gegen die er mit Absomol und Atrovent behandelt wird.
Mit 1,5 Jahren entwickelt er eine Otitis media, die antibiotisch behandelt wird.
Familienanamnese In der Familie sind folgende Krankheiten aufgetreten: Asthma, Hyperthyreose,Gicht, Warzen, Refluxösophagitis, Ulcus cruris. Der ältere Bruder leidet ebenfalls im erstenLebensjahr unter Bronchitiden, bekommt später eine Otitis media und kariöse Milchzähne.
Zu Anfang der Anamnese ist Jona noch eher neugierig. Er will alles anfassen, krabbelt unterdie Liege, in die Jalousie und versucht ein Regal zu erklettern. Versucht man ihn von denGegenständen seines Interesses zu entfernen, wird er schnell unwirsch. Er fängt an zuschreien, versucht sich aus den Armen der Mutter zu winden, schlägt nach ihr, wirft Stifte aufden Boden. In kurzen, ruhigen Momenten zupft Jona an seinen Ohren, streicht sich über dieHaare und bohrt er in der Nase – auch zuhause, so die Mutter, eine Lieblingsbeschäftigung.
Immer wird er besonders eigensinnig, wenn er etwas haben möchte. Hält man ihn dann fest,wehrt er sich heftig. Den über zwei Jahre älteren Bruder beißt, schlägt und schubst er, wenn ersich ärgert. In Wut geraten kann er so lange schreien, bis er erbricht. Besonders oft passiertdas in der Zeit vor dem Durchbruch eines neuen Zahnes. Versuche der Mutter, ihm dann mitChamomila D6 zu helfen, schlagen fehl. Auffallend ist auch, dass er sich oft kratzt,hauptsächlich am Bauch.
Jonas Nahrungsmittelvorlieben und –abneigungen wechseln sehr schnell. Zur Zeit isst er amliebsten Nudeln pur. Milchprodukte sowie Eier weist er zurück.
Nachts wacht er 4 –5 Mal schreiend auf, häufig ohne dass ein Grund zu erkennen ist, oft aberauch in Verbindung mit einem Hustenanfall. Er hustet dann bis zum Erbrechen, erst danach wird er wieder ruhiger. Die Hustenanfälle sind auch tagsüber sehrheftig, sodass Jona erbrechen muss. Dabei fördert er kaum Schleim zutage.
BetrachtungJonas Verhalten ist deutlich von sehr heftiger Reizbarkeit geprägt. Wutanfälle tretenbesonders dann auf, wenn er etwas nicht bekommt, was er haben will.
Auf der körperlichen Ebene drückt sich seine explosive Energie in der Art der Hustenattackenaus: er hustet bis zum Erbrechen. Die Tatsache, dass er nachts 4 – 5 mal die Mutterherbeischreit, lässt den Gedanken aufkommen, dass er sich jetzt „fast mit Gewalt" die Wärmeund Nähe holt, die ihm als Neugeborenen nicht gegeben werden konnte. Die große Energie, die Jona in dieses Verhalten setzen kann, spricht für eine starkeLebenskraft.
Im Wesentlichen führen die Symptome Reizbarkeit bei Kindern Husten bis zum Erbrechen Bohren mit den Fingern in der Nase zu dem Arzneimittel Cina, das Jona in der C 200 erhält.
Reaktionen In der ersten Woche nach der Mittelgabe steigert sich Jonas Unruhe. Er kratzt sich jetztvermehrt, manchmal bis er blutet.
Nach einem Hustenanfall kommt es einmal zu extrem schwallartigen Erbrechen. Neu ist, dasssich jetzt auch viel Schleim löst. Im Anschluss daran bessert sich der Husten langsam und einzarter Hautausschlag an Rücken und Brust taucht auf. Dieser verschwindet bald von allein.
Nach etwa 8 Wochen berichtet die Mutter, dass Jona sich sehr verändert habe. Lebhaft und neugierig sei er noch immer, aber viel vergnügter und fröhlicher. Gereizt sei er nur noch,wenn ihn wieder ein Husten plage. Die Neigung dazu hat sich noch nicht gelegt, auch wachter immer noch 2 –3 mal pro Nacht auf, lässt sich dann aber schneller beruhigen.
5.5.2. Holger, 11,3 Jahre - Erstanamnese 10.2.2000
EntwicklungHolger wird von seien Eltern vorgestellt, „weil er immer so viel Unruhe in die Familiebringt". Außerdem sei er sehr vergesslich, bringe alles durcheinander und leide unter Sprachund – Lernstörungen. Die Familie ist vor einem halben Jahr umgezogen, Der Junge hat bisherwenig Kontakt in der neuen Umgebung gefunden. Seinen drei jüngeren Geschwistern fälltdies leichter.
Die Schwangerschaft verläuft bis auf ein Schreckerlebnis der Mutter (Autofahrt bei Gewitter)unauffällig. Die Geburt wird wegen Übertragung eingeleitet. Da es zu keinerlei Wehenkommt, wird eine Vakuumextraktion notwendig. Der Säugling wirktsehr erschöpft und schläft viel. Er kann nicht gestillt werden, da er die Brustwarze nichtannimmt. Hinzu kommt Mundsoor.
Die Unruhe entwickelt sich etwa ab dem 2. Lebensjahr. Seither machen ihm auchrezidivierende Otitiden zu schaffen. An Impfungen hat er bisher BCG, DPT und Masern-Mumps erhalten, mit 3 Jahren HIB. Im Alter von 4 Jahren werden vom Kinderarzt leichte cerebrale Bewegungsstörungen sowie allgemeine und Sprachentwicklungsstörungendiagnostiziert. Zu dieser Zeit ist Holger hektisch, ständig in Bewegung und nicht sehrschmerzempfindlich. Es fällt auf, dass sein Mund häufig offen steht und die Zunge sich durch die Zahnreihen schiebt . Er geht zur Kranken-gymnastikund Logopädie. Mit 4 ½ Jahren wird eine Adenotomie vorgenommen, sowie ein , während einer neuerlichenOtitis entstandener Paukenerguss punktiert. Mit 6 Jahren fällt ihm eine Hantel auf den Kopf ,die anschließende kinderärztliche Untersuchung ergibt keinen auffälligen Befund. Die 2.
Schulklasse besucht er in einem sprachheilkundlichen Internat aufgrund der inzwischenfestgestellten Legasthenie. Danach starke Zungenbewegungen.
Ein Jahr später ist er zum ersten Mal in ärztlicher homöopathischer Behandlung. Er erhältzunächst Bufo C 200, dann Sulfur C 200. Im Anschluss daran bekommt er mehrfachScharlach, meist ohne Exanthem. Mit 9 Jahren Tonsillektomie nach Scharlach mit leichtemExanthem und „Riesenmandeln", die die ganze Luftröhre blockieren. Seither keineHalsprobleme mehr, aber immer noch oft Ohrenschmerzen.
Mit 10 Jahren wird eine Fußwarze entfernt, mit 11 wird er Masern/Mumps/Röteln geimpft. Von seiner Mutter erhält er ein paar Wochen lang täglich Phosphorus C 12. Daraufhin zieht ersich mehr zurück, interessiert sich nicht mehr für andere, wird „egoistischer". Nach Absetzendes Mittels ändert sich diese Haltung langsam wieder.
FamilienanamneseGroßvater : Krebs, Mutter : Nierenbeschwerden, Schwester : Adenotomie, Tonsillektomie. Esfällt auf, dass beide Eltern ebenfalls leichte Sprachstörungen aufweisen.
In der Praxis rutscht Holger die ganze Zeit auf dem Stuhl hin und her, bleibt aber die ganzeZeit -2 Std. ! - brav darauf sitzen. Außerdem schiebt er pausenlos mit der Zunge seineZahnklammer vor und zurück. Er wirkt freundlich, kooperativ und eher etwas schüchtern. DerBeobachtungsbogen ergänzt häufiges Haare drehen und Gestikulieren. Seine Elternbeschreiben Holger als anspruchslos, bequem und mit einem sehr geringen Selbstbewusstsein.
Kritik würgt er herunter, er ist dann leicht beleidigt und zieht sich zurück. Er entwickelt wenigInitiative, Impulsivität oder Aggressivität.
Am liebsten fährt er allein mit seinem Fahrrad, reist auch sehr gern und geht ab und zu zumJudo.
Er wird unruhig, wenn er etwas erzählen soll und läuft dann hin und her. SchwierigenSituationen geht er lieber aus dem Weg, er hat dann schnell Angst, nicht akzeptiert oder sogarausgelacht zu werden.
Die Sprache ist abgehackt und er verschluckt Worte und ganze Sätze.
Holger mag sehr gern Süßes und hat viel Durst auf kalte Getränke. Er glüht schnell, wenn ersich bewegt, wacht auch nachts mit einem Hitzegefühl auf. Speichelfluss nachts.
Er hat Angst vor Spinnen, vor der Dunkelheit und vor Höhen. Lässt sich gern trösten.
Auffallend ist ein häufig wiederkehrender Traum : Er träumt sein Computerspiel, bei dem esdarum geht, dass Soldaten Feinde zerstören. Er träumt es gern.
Betrachtung Das Schwergewicht der Störung liegt deutlich auf der verzögerten Entwicklung, verursachtdurch die Übertragung in der Schwangerschaft und Komplikationen bei der Geburt.
Dies drückt sich in motorischen und sprachlichen Schwierigkeiten, Legasthenie und einemschwachen Gedächtnis aus.
Die Hyperaktivität ist hierbei nur eine Begleiterscheinung. Sie tritt besonders auf, wennHolger unter Druck gerät. Impulsives oder gar aggressives Verhalten lässt sich kaumfeststellen.
Auffallend ist dagegen sein schwaches Selbstbewusstsein. Er gibt sich Mühe, macht überallwillig mit (Schule, Sport, diverse Therapien), traut sich aber nicht viel zu und zieht sich beiSchwierigkeiten schnell zurück.
Der Gesamteindruck und folgende Symptome führen zu dem Mittel Barium carbonicum, dasHolger in der C 200 erhält: Gedächtnisschwäche für Worte Mangel an Selbstvertrauen Gefühl von Hitze beim Erwachen Verlangen zu reisen Verlangen nach Süßigkeiten Reaktionen :Nach einer Woche berichtet Holgers Mutter, dass ihr Sohn etwas ruhiger geworden sei. Ererzähle jetzt mehr aus der Schule und habe auch mehr Kontakt. Vor allem sei ihr aufgefallen,dass er von sich aus einen Klassenkameraden angerufen und sich mit ihm verabredet habe.
Das habe er sich bisher noch nicht zugetraut. Zum Judo-Training gehe er jetzt regelmäßiger,da er demnächst an einem Kampf teilnehmen wolle. Außerdem sei erstaunlich, dass er sichnicht angesteckt habe, obwohl die gesamte Familie heftigst erkältet sei.
Weitere Informationen liegen z.Z. noch nicht vor.
5.5.3. Dustin 6,9 Jahre – Erstanamnese 19.2.2000
Dustin wird seit 4 Monaten wegen Hyperaktivität mit Ritalin behandelt. Seine Elternwünschen nun eine homöopathische Behandlung, da ihr Sohn sich in dieser Zeit sehrverändert habe und nicht so recht mehr „er selbst" sei.
Zwei Tage vor der Anamnese wurde Ritalin abgesetzt. Da das Medikament sehr schnellabgebaut wird, ist diese Zeitspanne ausreichend. Der durch kurzfristiges Absetzen einesAmphetamins mögliche „Rebound-Effekt" , also das verstärkte Auftreten der ursprünglichenSymptome, ist erwünscht.
Entwicklung Schwangerschaft und Geburt verlaufen komplikationslos. Wegen einesAmnioninfektionsyndroms erhält Dustin sofort Antibiotika.
Mit 3 Monaten erfolgt die BCG- Impfung, mit 5 Monaten DPT, Masern-Mumps-Röteln undein Tuberkulintest. Zu dieser Zeit wird sein Bruder geboren, Dustin reagiert recht eifersüchtig.
Im 2. Lebensjahr wird seine erste Otitis media antibiotisch behandelt. Dustin reagiert daraufmit einem Hautausschlag, der nach Absetzen des Medikamentes bald verschwindet. Kurzdarauf erkrankt er erneut. Wieder wird ein Antibiotikum gegen die Mittelohrentzündung eingesetzt. Diesmal ist für die Eltern die Reaktion „beängstigend":Dustin schreit, lacht wie irre, schlägt mit dem Hinterkopf gegen die Wand, versteckt sich,zeigt Angst vor der Mutter. Nach Absetzen des Medikamentes wird der Junge „wiedernormal"In dieser Zeit bringt eine Erkrankung des Vaters zusätzliche Unruhe in die Familie.
Seither entwickelt Dustin so viele Otitiden (ca. 15 –2o), dass die Eltern es aufgeben, sie zuzählen. Sie werden stets antibiotisch behandelt. Die neuen Antibiotika scheint Dustin zuvertragen.
Mit 3 Jahren führt eine leichte Phimose zu einer Balanitis, die durch viel Baden ausgeheiltwerden kann.
In dieser Zeit werden zum ersten Mal die Trommelfelle geschlitzt. Sie wachsen nach 3-4Tagen wieder zu. Außerem wird die erste Adenotomie vorgenommen.
Am Ende des 3. Lebensjahres wird ein weiterer Tuberkulintest durchgeführt. Mit 4 Jahrenwird die 2. Adenotomie vorgenommen und das erste Paukendrainageröhrchen gelegt.
Etwas später stirbt der Großvater, seitdem hat Dustin sehr starke Angst vor dem Tod,besonders, dass seine Eltern sterben könnten.
Mit 5 Jahren wird zum 2. Mal eine Paukendrainageröhrchen eingesetzt. Kurz darauf wird diekinderärztliche Diagnose „leichte hyperkinetische Störung, leichte Koordinations und –Artikulationsstörung" gestellt. Er erhält psychomotorische Krankengymnastik, an der er gernteilnimmt.
Zum 3. Mal erhält Dustin ein Röhrchen mit 5 1/2 Jahren. Einen Monat nach seinem 6.
Geburtstag fällt er sehr unglücklich und bricht sich den rechten Oberarm. Zwei Monate späterwird er eingeschult. Anhaltende Schwierigkeiten – Dustin wird schnell zum Sündenbock derKlasse – veranlassen die Eltern die Behandlung mit Ritalin zu beginnen.
Im November 19 99, Dustin ist jetzt 6,6 Jahre alt, werden die Röhrchen entfernt. Seither leideter unter einem beidseitigen Paukenerguß, der sein Hörvermögen stark beeinträchtigt, sowieeiner ständig verstopften Nase. Die nächste Pauken-röhrchenoperation ist für den 17.3.2000geplant.
In der Praxis ist Dustin zunächst freundlich –interessiert. Dann wird es ihm bald langweilig.
Er zerrt an seinem Vater und wuselt ihm im Gesicht und in den Haaren herum. Schließlichgeht und hüpft er durch die Praxis und holt Sachen aus den Regalen. Ablenkungsversuchehelfen nur sehr kurz. Die Anamnese wird schließlich mit der Mutter allein zuende geführt. DieEltern ergänzen im Beobachtungsbogen starkes Verlangen zu laufen, häufiges Haaredrehenund dauerndes ins -Wort-fallen. Dustin wird als Kind mit „endloser Energie"beschrieben, das kaum mal eine Pause benötigt. Dabei ist er sich seiner Andersartigkeitbewusst und leidet darunter: „Warum hat der liebe Gott mich so gemacht ? - Warum bin ichso ? – Ich kann doch nichts dafür!" - Möchte man ihn dann trösten reagiert er bockig. Beialler Impulsivität gibt es kaum aggressive oder destruktive Elemente. Im Gegenteil, Kleinerengegenüber ist er hilfsbereit und fürsorglich.
Auffallend ist auch, dass er sehr, „fast zu mutig" ist, Hindernisse kaum wahrnimmt und gernklettert, obwohl er es nicht so gut kann. Sein Berufswunsch ist Feuerwehrmann.
Dustin schwitzt viel, auch nachts an Kopf und Hals und er hat immer warme Hände und Füße.
Er schläft gut, wühlt aber viel herum, knirscht mit den Zähnen und muss häufiger wiederzugedeckt werden. Der Appetit ist sehr gut, er mag am liebsten Käse, Sahne und gutGewürztes und verabscheut Eier und Bananen.
Die Ohrenschmerzen sind ziehend, Wärme und leichter Druck bessern. OhneDrainageröhrchen kann kaum Ohrenschmalz nach außen dringen, es bildet sich immer schnellein Paukenerguss mit nachfolgender Schwerhörigkeit. Mit Röhrchen sind die Absonderungengelb-braun-schmutzig, aber nicht eitrig.
FamilienanamneseDie familiären Belastungen sind umfangreich: auf der mütterlichen Seite sind Krebsgutartige Tumore, Allergien, Steinleiden, Warzen, Herzerkrankungen, Asthma,Schilddrüsenerkrankungen, Depressionen, Gicht und Rheuma zu finden.
In der väterlichen Linie gibt es Herzerkrankungen, Gallenleiden und Tuberkulose.
In beiden Familien gibt es Alkoholiker und Suizide.
Dustins jüngerer Bruder leidet unter rezidivierenden Bronchitiden.
Betrachtung In der Familienanamnese werden besonders die syphilitischen Elemente deutlich : Krebs,Alkoholismus, Suizide.
Sein eigenes Leben ist mehr vom tuberkulinischen Miasma geprägt: Seine kaumkontrollierbare Energie, die rezidivierenden Otitiden. Auch die BCG-Impfung, der zweifacheTuberkulintest, der frühe Tuberkulosetod des Großvaters und die häufigen Bronchitiden desBruders weisen in diese Richtung.
Der Schwerpunkt der Störung liegt auf Dustins Hyperaktivität. Er kann sich einfach nichtbremsen, muss sich im Schlaf noch ausagieren. Weder äußere Hindernisse noch seine eigenenKoordinationsstörungen können seinen Bewegungsdrang einschränken. Dabei hat er einengroßen und schnellen Energieumsatz. Aggressives und destruktives Verhalten lässt sich kaumbeobachten, er ist, so die Mutter „eigentlich ein ganz Lieber, der unheimlich gern kuschelt".
Wichtig ist weiterhin seine Furcht vor dem Tod, besonders davor, dass seine Eltern sterbenund er allein bleiben könnte. Immer wieder spricht er dieses Thema an.
Außerdem fällt auf, dass Dustin sein Verhalten auch in religiöser Hinsicht reflektiert („warum hat mich der liebe Gott so gemacht?"), ohne dass in der Familie eine betont religiöseErziehung stattfindet.
Die „Otitis-media-Karriere" beginnt kurz nach dem Einsatz diverser Impfungen und desTuberkulintests. Gegen die Antibiotikabehandlung wehrt sich sein Organismus deutlich: beimersten Mal nur mit einem Hautausschlag, beim zweiten Mal schon mit psychotischenErscheinungen. Zwar werden durch Wechsel des Antibiotikums diese Reaktionen vermieden,die Infektanfälligkeit erhöht sich jedoch unübersehbar.
Diese Überlegungen führen zur Wahl des Arzneimittels Arsenicum iodatum, das Dustin in derC200 erhält.
Das Mittel deckt sowohl das syphilitische, als auch das tuberkulinische Miasma ab. Es vereintden hohen Energieeinsatz und die Hitze von Iodum mit der Angst vor dem Tod von Arsen.
Große Ruhelosigkeit ist für beide Mittel kennzeichnend, beide neigen aber auch sehr zuAggressivität. Die freundliche Variante der Hyperaktivität entsteht erst durch die Verbindungbeider Elemente.
Reaktionen Die Mutter berichtet nach einer Woche, dass es Dustin z.Z. recht gut gehe. Er seiausgesprochen freundlich, sein „liebes Wesen" komme jetzt mehr durch und das „Jaulige" seivöllig weg. Auch sei er nicht mehr so deprimiert. Er erzähle jetzt ausgesprochen viel, auchsehr detailliert von der Schule. Dort sei die Konzentration allerdings ziemlich schwach, bessersei es, wenn Sie mit ihm allein sei.
Er habe sich ein paar Mal mit einem Freund verabredet und viel Spaß damit gehabt, sich mitihm zu „beulen". Die Kämpfe seien aber überhaupt nicht aggressiv gewesen, es gehe mehr umintensive „action" mit viel Gelächter. Anschließend sei er „schweiß-gebadet".
Das Hörvermögen sei nach wie vor eingeschränkt, möglicherweise gebe es eine leichteBesserung.
Dustin „schlafe jetzt auch sehr gut und sehr tief".
Richtig auffallend sei sein enormer Appetit, er äße neuerdings sogar Wurst, das habe er nochnie getan.
Kinder haben es nicht leicht, hyperaktive Kinder schon gar nicht. Viele müssen prä –, peri-oder postnatale Traumata überwinden, ihr kleiner Organismus wird in der Regel zusätzlichmit Impfungen belastet und oft durch Antibiotika geschwächt. Dabei ist die Lebensumwelt inunserer Gesellschaft kaum geeignet, Kompensationsmöglichkeiten zu schaffen. Der„Spielraum" für Kinder wird immer enger.
Je nach miasmatischer Vorbelastung, Konstitution und schädigenden Einflüssen kann es zusehr unterschiedlichen krankhaften Entwicklungen kommen.
In leichteren Fällen werden Verstimmungen der Lebenskraft überwiegend auf derkörperlichen Ebene ausagiert, z.B. durch erhöhte Infektanfälligkeit oder Ausbildungvon Allergien, ohne dass es dabei zu manifesten Änderungen auf der Geistes- undGemütsebene kommt.
Sind die (Vor)belastungen gravierender, so kann dies dauerhafte Veränderungen im geistig-seelischen Bereich nach sich ziehen. Dann sind Hyperaktivität und Reizbarkeit keineBegleiterscheinungen eines körperlichen Problems mehr, wie z.B. bei der Zahnung, sondernsind selbst zu einem Hauptthema des Organismus geworden.
Auch hier muss man die verschiedenen Ausprägungen unterscheiden.
Heftige Wutausbrüche sind m.E. ein Zeichen starker, wenn auch irritierter Lebenskraft. Fehltder Hyperaktivität die Aggressivität, so ist das Problem bereits tiefer gedrungen, es kann nichtmehr spontan angegangen werden.
Die Behandlung mit Ritalin stellt aus homöopathischer Sicht eine Unterdrückung dar. Das istdaran zu erkennen, dass Kinder unter Ritalinmedikation ihr übergroßes Energiepotentialverlieren. Als häufigste Nebenwirkung werden Einschlafstörungen, Appetitlosigkeit undMüdigkeit (N.N. Segeberger Zeitung, 27.1.2000) sowie Wachstumsstörungen(Kuschinsky/Lüllmann, 1987) genannt. Es findet also keine Harmonisierung, sondern nur eineAusbremsung des Organismus statt, wobei man über Langzeitwirkungen bisher nurspekulieren kann.
So bleibt die klassische Homöopathische , wie bei anderen chronischen Krankheiten auch,das Mittel der Wahl um „eine schnelle, sanfte dauerhafte Wiederherstellung der Gesundheit"( Hahneman: Organon §2 ,nach Schmidt, 1996,S.89) zu erreichen.
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Source: http://www.sdh-hamburg.de/fileadmin/facharbeiten/FA-PVetter.pdf

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Colegio Argentino de Cardioangiólogos Revista Argentina de Septiembre - Diciembre 2012 Año 3 Número 4 Artículo Especial Consenso: Utilización de medios de contraste radiológicos vasculares. Diciembre 2008-2012 Parte 1Asociación Argentina de Alergia e Inmunología Clínica (AAAeIC), Colegio Argentino de Cardioangiólogos Intervencionistas (CACI), Sociedad Argen-tina de Nefrología (SAN), Sociedad Argentina de Radiología (SAR) y Uni-dad de Farmacología Clínica del Hospital Italiano de Buenos Aires

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